Stiftung zeichnet lippischen Demokratietrainer aus

Der Fechenbach-Preis geht an Sascha Schmittutz

Kreis Lippe.
Sascha Schmittutz ist der diesjährige Preisträger des Felix-Fechenbach-Preises. Die gleichnamige Stiftung zeichnete den 55-Jährigen für sein langjähriges Engagement für Demokratie und Prävention von Rechtsextremismus aus. Den mit 1000 Euro dotierten Preis übergaben die Vorsitzende Katrin Freiberger und Geschäftsführer Dr. Dennis Maelzer bei einer Feierstunde im Felix-Fechenbach-Berufskolleg.
 

Zahlreiche Weggefährtinnen und Weggefährten nahmen an dem Festakt teil und zollten dem Geehrten mit stehendem Applaus Wertschätzung für seine jahrelange Arbeit. Dennis Maelzer spielte in seiner Begrüßung auf die Bedrohung der Demokratie an. In seiner 15-jährigen Geschichte als Geschäftsführer der Fechenbach-Stiftung habe er sich lange nicht träumen lassen, dass eine rechtsextreme Partei vor der Machtübernahme in einem Bundesland stehen könne: „Wir leben nicht in den Zeiten der Weimarer Republik. Dennoch brauchen wir gerade jetzt Menschen, die sich für unsere Demokratie einsetzen.“ Dafür stehe Sascha Schmittutz. 

In ein ähnliches Horn stieß Katrin Freiberger. „Dieser Preis zeichnet einen Menschen aus, der die Demokratie nicht nur als abstrakten Begriff betrachtet, sondern als tägliche Arbeit. Als etwas, das verteidigt, vermittelt und gelebt werden muss. Und genau darin liegt die Verbindung zu Felix Fechenbach“, sagte Freiberger in ihrer Festrede. Sie zog damit die Verknüpfung, warum sich die Stiftung für die Auszeichnung von Schmittutz entschieden habe. Felix Fechenbach habe als Journalist und als sozialdemokratischer Politiker seine Stimme gegen die Nationalsozialisten erhoben. Auch heute brauche es Menschen, die widersprechen, aber auch das Verbindende suchen. 

Sascha Schmittutz ist Lehrtrainer bei der Gewaltakademie Villigst, Referent zum Thema Rassismus, Fachkraft für Rechtsextremismus, VIR-Trainer für Veränderungsimpulse für rechte Jugendliche, aber auch Mediator sowie systemischer und Achtsamkeitscoach, wie Ditmar „Jimmy“ Ahrweiler, vom Arbeitskreis gegen Nazis in Horn-Bad Meinberg in einer persönlichen Laudatio hervorhob. „Er schafft Räume, in denen Menschen sich mit schwierigen Themen auseinandersetzen können, ohne sofort das Gefühl zu bekommen, bewertet zu werden“, berichtete Ahrweiler. Dies sei vielleicht das Wichtigste, was er über seinen „Freund Sascha“ erzählen könne. 

Schmittutz zeigte sich von der Würdigung sichtlich bewegt: „Den Fechenbach-Preis entgegenzunehmen ist mehr als eine Auszeichnung, es ist auch eine Verpflichtung“, war sicher der Preisträger sicher. Mit der Verleihung gehe einher, auch in Zukunft Haltung zu zeigen. Schmittutz will das Preisgeld nutzen, um weitere „schwarz/weiß-BUNT Trainer“ auszubilden. In den Kursen setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit demokratischen Werten, Haltungsfragen sowie den Mechanismen von Rassismus und Diskriminierung auseinander. Durch das erworbene Wissen können sie anschließend selbst als Multiplikatoren auftreten.

 

 

(Bildquelle/ Bildrechte: Felix Fechenbach Stiftung - Detmold)

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