Gedenken an Felix Fechenbach

„Du lebtest in einer unruhigen Zeit, hast gekämpft für Menschlichkeit und Frieden, hast den Mut gehabt, klar und deutlich aufzuzeigen, was falsch läuft.
Du hast dafür mit deinem Leben bezahlt und eine Familie ohne Vater und Ehemann zurücklassen müssen. Ich wünsche mir, dass dein Tod nicht vergebens war. Dass viele Menschen - und ganz besonders wir jungen - durch dich ermutigt werden, einzustehen für das, was wichtig und richtig ist: für Menschlichkeit, Toleranz und Frieden!“

Das ist ein Auszug aus der Rede, die der damals 15-jährige Tobias Wiederkehr,
Urenkel von Felix Fechenbach, anlässlich des 70. Gedenkens an seinen Urgroßvater, Felix Fechenbach, der am 7. August 1933 von den Nazis im Kleinenberger Wald ermordet wurde, gehalten hat.

Gedenken 2018

Fechenbach-Mord jährt sich zum 85. Mal
Brinkmann fordert Einsatz für Demokratie

Kreis Lippe/Scherfede. 85 Jahre ist es inzwischen her, dass der jüdische Journalist und sozialdemokratische Politiker, Felix Fechenbach, von Nationalsozialisten erschossen wurde. Auch in diesem Jahr haben mehr als 40 Teilnehmer in einer Gedenkveranstaltung dem Ermordeten gedacht. Die Erinnerungsrede hielt Rainer Brinkmann, Gründungsmitglied der Felix-Fechenbach-Stiftung.

Brinkmann erinnerte in seiner Rede an die Anfänge der Erinnerungsarbeit an Fechenbach: „Gemeinsam mit meinen damaligen Mitstreitern bei den Jungsozialisten stellte ich in den Achtzigern einen Antrag, die Straße an der das Kreishaus in Detmold steht, nach Fechenbach zu benennen. Die hieß damals noch August-Weweler-Straße. Benannt nach einem Mann, der in der Zeit des Faschismus die Kulturpolitik der Nazis verantwortete.“ Weweler ist heute wieder Thema, weil die Stadt Horn-Bad Meinberg anlässlich des Deutschen Wandertages ein Liederbuch mit einem Stück des NS-nahen Komponisten herausgegeben hat.

Später habe es, so Brinkmann immer wieder Anregungen gegeben, die Erinnerungsarbeit noch intensiver zu gestalten. Das habe zur Gründung der Felix-Fechenbach-Stiftung durch die SPD geführt. Das alles sei Mitte der neunziger Jahre gewesen. Bis dahin habe noch keine einzige lokale Parteiorganisation eine eigene Stiftung gegründet. Auch der Stiftungszweck, der unter anderem die Förderung der Demokratie vorsieht, habe damals der Bezirksregierung Detmold, die für das Stiftungswesen zuständig ist, nicht gleich eingeleuchtet.

Doch nicht erst heute sei der Einsatz für Demokratie besonders wichtig: „Ein guter Demokrat ist nicht schon derjenige, der kein Nazi ist. Ein guter Demokrat setzt sich für die Demokratie ein und versucht die rechtspopulistischen Kräfte, die immer häufiger auch rechtsradikal sind, zurückzudrängen.“

In die gleiche Kerbe stieß Dr. Dennis Maelzer, Geschäftsführer der Felix-Fechenbach-Stiftung. Mit dem Versterben der letzten Zeitzeugen werde die Erinnerungsarbeit schwieriger, sei aber umso notwendiger: „Die Wertvorstellungen unserer Gesellschaft werden dieser Tage in einer Form auf die Probe gestellt, die ich mir vor kurzem nicht habe vorstellen können“, erklärte der Landtagsabgeordnete. Den Propagandisten des „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“, müsse man immer wieder entschieden entgegentreten.

Im Anschluss legten Christoph Dolle für die SPD Warburg und die stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter für die Stadt Detmold, Blumen und Kränze am Fechenbach-Gedenkstein nieder.

Gedenken 2016

Zum Gedenken an Felix Fechenbach haben sich am 7. August 2016 etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelt. Der Geschäftsführer der Fechenbach-Stiftung, Dr. Dennis Maelzer, eröffnete die Veranstaltung. In seiner Begrüßung erinnerte er an das aktuelle Erstarken von Nationalismus, Autoritarismus und Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern der Welt: „Was Felix Fechenbach dazu gesagt, darüber lässt sich nur mutmaßen. Und darum ist es an uns, die Antworten zu finden, die im Sinne Fechenbachs gewesen wären. Dadurch wollen wir sein Andenken ehren“, sagte Maelzer.

Die Gedenkrede hielt die heimische Bundestagsabgeordnete Petra Rode-Bosse ein flammendes Plädoyer für demokratisches Engagement: „Demokratie ist etwas, wofür jeden Tag aufs Neue gekämpft werden muss und wobei jeder Einzelne gefragt ist – oder, um es mit den Worten des früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering auszudrücken: „Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl. Solange der Kopf klar ist, ist man mitverantwortlich.“

Im Anschluss sprach mit Georg Klöpper ein Zeitzeuge zu den Anwesenden. Das Schlusswort hielt Karl-Heinz Hellmuth, Fraktionsvorsitzender der Warburger SPD.

Gedenken 2015

Der lippische Landtagsabgeordnete Dr. Dennis Maelzer (SPD) konnte über 50 Personen bei der Gedenkveranstaltung der Felix-Fechenabach-Stiftung zum 82 Jahrestag der Ermordung des Journalisten aus Detmold begrüßen. An dem Gedenkstein im KleinbergerWald bei Scherfede (Kreis Höxter) blickte der Vorsitzende der Stiftung Dr.Axel Lehmann auf das Wirken Fechenbachs in der national-sozialistischen Zeit zurück. Bis zu seiner Ermordung kämpfte er als Chefredakteur beim sozialdemokratischen "Volksblatt" in Detmold gegen die faschistische Diktatur. Mit Blick auf die Frau und die Kinder Fechenbachs betonte Axel Lehmann, dass sie die Nazi-Zeit nur durch die Flucht und die Aufnahme in der Schweiz überleben konnten. Damals wie heute war und ist es wichtig, dass sich Menschen um Flüchtlinge kümmerten und kümmern. 
Diese Feststellung ließ auch die Dortmunder SPD-Landtagsabgeordnete Nadja Lüders in ihrer Gedenkrede einfließen. Sie beschrieb die aktuelle Situation hinsichtlich der Aktivitäten der Rechtsextremen in Dortmund. Sie wies aber  darauf hin, dass es auch erheblichen Widerstand gegen diese gibt. Sie forderte die Anwesenden auf, sich für die Rechte von Flüchtlingen und den rechtsradikalen Parolen entgegenzutreten. Ihr mahnender Aufruf: "Nur wer aufsteht und die Wahrheit sagt, leistet einen Beitrag, um die die Demokratie zu retten. Menschlichkeit dürfe keine leere Floskel bleiben, sie müsse mit aktivem Handeln gefüllt werden".

Gedenken 2014

"Ein Vorbild für uns alle"

81 Jahre ist es mittlerweile her, dass Felix Fechenbach hier im Kleinenberger Wald ermordet wurde. 20 Schüsse trafen Fechenbach an dieser Stelle in den Rücken. Und doch ist es nicht die Abscheulichkeit dieses Verbrechens, getrieben von Menschenhass und Verachtung, die Menschen auch nach dieser langen Zeit immer wieder zur Erinnerung an den jüdischen Sozialdemokraten zusammenkommen lässt.

Gedenken 2013

Das Andenken an Felix Fechenbach ist uns Verpflichtung
Zum 80. Todestag von Felix Fechenbach gedenken über 100 Teilnehmer des ermordeten politischen Journalisten.

Warburg. Am vergangenen Samstag kamen über 100 Personen an der Gedenkstätte im Kleinenberger Wald zusammen, um an den 80 Todestag von Felix Fechenbach zu erinnern. Fechenbach galt als mutiger Streiter für Frieden und  Demokratie. Als Sozialdemokrat, Jude, Journalist und Pazifist bezog er eindeutig Stellung gegen die aufkommende Nazi-Bewegung. Seine Überzeugungen kosteten Fechenbach am 7. August 1933 das Leben. Er wurde auf dem Transport in das KZ Dachau im Kleinenberger Wald zwischen Detmold und Warburg erschossen.

Nachdem der SPD Landtagsabgeordnete und Geschäftsführer der Felix-Fechenbach-Stiftung, Dennis Maelzer die Gedenkveranstaltung mit einem Grußwort eröffnet hatte, richtete sich die NRW Familienministerin Ute Schäfer, mit ihrer bewegenden Gedenkrede an die zahlreichen Teilnehmer der Veranstaltung. Schäfer sprach darüber, wie wichtig es sei Widerstandkämpfer wie Felix Fechenbach nicht zu vergessen. „Wir sind dem Andenken Felix Fechenbachs verpflichtet. Vieles von dem, was ihm wichtig war – und auch uns wichtig ist – , haben wir über viele Jahre demokratischer Auseinandersetzung in diesem Land erreicht.“ Sie betonte dabei, dass die Zustimmung zu Menschenrechten und Demokratie in unserem Land ist sehr groß sei, dass es jedoch immer noch zu rechtsextremer Gewalt käme und die Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus weiter vorangetrieben werden müsse.  Am Ende der Veranstaltung resümierte die  SPD Bundestagskandidatin Petra Rode-Bosse „Es war eine sehr gelungene und vor allem ergreifende Veranstaltung. Menschen wie Felix Fechenbach erinnern uns daran wie wichtig es ist für seine Überzeugungen, für Gerechtigkeit und Freiheit einzustehen.“

Von 1929 bis 1933 arbeitete Fechenbach in Detmold als Redakteur beim SPD-Organ Volksblatt und war im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv. Da er über Informanten in der lippischen NSDAP verfügte, konnte er immer wieder Interna über die Absichten und Skandale der Partei veröffentlichen.

Gedenken 2012

Die Rede auf der Gedenkfeier am 11.August 2012 wurde von dem Höxteraner Bürgermeister Alexander Fischer gehalten. Auch in diesem Jahr versammelten sich zahlreiche Personen um an den 79. Todestag von Felix Fechenbach zu gedenken.

Gedenken 2011

Auch 2011 hatten sich am 7. August wieder mehr als 70 Personen an der Gedenkstätte im Kleinenberger Wald getroffen.

Die Gedenkrede wurde diesmal von Ingrid Schäfer, Historikerin und Biografin von Irma Fechenbach (Ehefrau von Felix Fechenbach) aus Detmold, gehalten.